Hinschauen und Hinhören - auf den Punkt bringen - Zeigen und konfrontieren
Das Spiel mit der Wirklichkeit
Dokumentarisches Theater hat heute viele Gesichter: Es spielt mit der Gegenwart ebenso wie mit Vergangenem, es beschreibt, bezeugt, zeigt vielerlei Wirklichkeiten - ohne Anspruch auf Wahrheit. Ausgehend von einem aktuell brisanten Thema oder Anliegen stellt sich die Gruppe einem aufwendigen Prozess aus Recherchen, Interviews, Diskussionen und findet gemeinsam eine künstlerische Form, um diesen Suchbewegungen, Fragen, Antworten, Perspektivwechseln eine Bühne zu bieten. Indem schon in der Recherche szenische Verfahren eingesetzt werden entwickelt das Modul ein von Anfang bis Ende theaterpädagogisches Konzept.
Aufbau der Fortbildung
Am ersten Wochenende lernst du Methoden aus dem Dokumentarischen Theater kennen. In der Intensivwoche wird gemeinsam eine Inszenierung erarbeitet.
1: hinschauen und hinhören
Die physisch-konkrete Recherche bildet den Ausgangspunkt des dokumentarischen Theaters. Du erlebst grundsätzliche Wege, wie die Begegnung mit Menschen, Materialien und Orten szenische Darstellungen und Reflexionen inspiriert. Wir setzen uns mit verschiedenen Möglichkeiten von Dokumentation auseinander (Audio, Video, teilnehmende Beobachtung) und entscheiden das Thema der Inszenierung.
2: Auf den Punkt bringen
Wir sichten das zusammengetragene Material, setzen es in Beziehung und suchen nach Übertragungen in szenische Formen. Gleichzeitig kümmern wir uns um weitere Quellen und kontrastierende Perspektiven. Inhalte und Formen werden collagiert, bis sich neue, überraschende Sicht-, und Leseweisen auftun. In Impulsreferaten verschaffen wir uns einen Überblick über das dokumentarische Theater der Vergangenheit und Gegenwart und setzen uns mit Grundsatzfragen des dokumentarischen Theaters auseinander.
3: zeigen und konfrontieren
Das aus informativen, interaktiven und ästhetischen Elementen zusammengesetzte Stück ist endlich bereit zum Zeigen! Die Aufführung geschieht für ein involviertes Publikum das direkt im Anschluss wiederum eigene Stellungnahmen einbringen kann und somit den Prozess aus Recherche – Gestaltung und Neu-Einordnungen schließt.
Leitung: Eleanora Allerdings
Eleanora arbeitete vor ihrer Ausbildung zur zeitgenössischen Bühnentänzerin und Choreografin an verschiedenen Theatern und für freie Gruppen als Beleuchtungstechnikerin in Stuttgart und Berlin. Sie entwarf zahlreiche Beleuchtungen für Tanz, Theater, Konzerte sowie für ortsgebundene Performances. Seit dem Jahr 2000 ist sie als Theaterpädagogin (BUT) und als Referentin der Ausbildung beim TPI DAS Ei Bayern freischaffend tätig. 2024 führte sie Regie beim Dokumentarischen Theaterstück Winterkind: https://www.winterkind.info