Ausgangspunkt des Workshops ist Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“. Das Grundmotiv dieses Stückes sehen wir als aktuelles, gesellschaftliches Phänomen: Unentwegt leben wir auf etwas zu, bringen etwas hinter uns, suchen nach dem Zustand, von dem wir uns zukünftiges Glück erhoffen. Anhand Becketts Werks erproben wir sowohl realistische, spielerische als auch abstrakte Wege der Rollenerarbeitung.
Inhalte
Im Workshop beschäftigen uns zwei grundlegende Zugänge zu einem Stück und dessen Rollen:
- Techniken der Rolleneinfühlung. Sie sind mal tiefer, mal spielerischer…
- Was heißt es aus ihren Augen zu sehen, mit ihren Sinnen wahrzunehmen?
- Ihre Emotionen und Bilder zu entdecken
- Ihren Handlungs- und Bewegungsspielraum?
- Welche Worte kommen aus ihr heraus?
- Was sind Ängste und Probleme der Rolle?
- Welche Momente ihres Lebens erinnert sie?
- Postdramatische Zugänge zur Rolle. Wichtige Fragen hierbei:
- Wie finde ich das Grundthema einer Figur?
- Wie kann ich es auf das ganze Stück, auf die Dramaturgie ausweiten?
- Wie kann ich ihre Eigenschaften, ihre Emotionen, Bewegungen, Macken und andere Elemente herausarbeiten und dekonstruieren?
- Wie lassen sich diese Elemente dann im nächsten Schritt abstrakt, choreografisch möglicherweise szenographisch bearbeiten, daher in den Körper und in den Raum bringen?
- Wie schaffe ich ausgehend von einer Rolle Energien oder Atmosphären, die womöglich bis zum Zuschauenden reichen, der vielleicht auch eine Rolle zugeschrieben bekommt?
Zielsetzung
Diese Fortbildung ist für Theaterpädagog:innen, Lehrkräfte, Leiter:innen von Theatergruppen! Der Workshop unternimmt den Versuch, sich vermeintlich sperriger (Schul-)Lektüre inszenatorisch zu nähern. Er will Impulse setzen für die besondere Herausforderung mit Jugendlichen ab 14 Jahren zu solch schwer zugänglichen Textvorlagen zu arbeiten.
Leitung: Cornelia Jung & Rosalin Hertrich
Rosalin Hertrich MA Theater- und Medienwissenschaften, BuT Theaterpädagogik, Somatic Education (MOC). Rosalin realisiert Projekte und Performances an der Schnittstelle von Kunst, sozialem Raum und Partizipation.
Cornelia Jung